Eindrücke von der Bundeskonferenz in Berlin (2025)
Bundeskonferenz 2025: Zwischen Interessen und Solidarität – Neuorientierungen in der Eine Welt-Arbeit?
Am 17. und 18. September kamen rund 150 Eine Welt-Promotor*innen, Multiplikator*innen sowie Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung in Berlin zusammen, um sich über aktuelle entwicklungspolitische Fragen im Kontext zivilgesellschaftlicher Bildungs- und Inlandsarbeit auszutauschen. Die Bundeskonferenz stand unter dem Motto „Zwischen Interessen und Solidarität – Neuorientierungen in der Eine Welt-Arbeit?“ und fand im Berlin Global Village statt.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die Promotor*innen ihre Arbeit in den Spannungsfeldern zwischen Außen-, Verteidigungs- und Entwicklungspolitik neu positionieren können, welche Rolle ehrenamtliches Engagement in diesen komplexen Debatten spielt und wie Werte, Solidarität und Interessen zueinander im Verhältnis stehen.
Der erste Konferenztag wurde mit spannenden Impulsvorträgen aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft eröffnet. Jochen Steinhilber (BMZ), Prof. Dr. Stephan Klingebiel (IDOS) und Dr. Klaus Seitz beleuchteten aus unterschiedlichen Perspektiven die historische und aktuelle Rolle der Entwicklungspolitik und -zusammenarbeit und mögliche Interessenkonflikte.
In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Sascha Vogt (BMZ), Dr. Gunne Guntsetseg (DEAB), Dr. Christoph Grammer (Staatsministerium Baden-Württemberg), Dr. Elizabeth Beloe (Bundesverband Netzwerke von Migrant*innenorganisationen e.V.) und Prof. Dr. Stephan Klingebiel (IDOS) wurden diese Fragen vertieft und unterschiedliche Positionen aus Bund, Ländern und Zivilgesellschaft zusammengeführt. Intensiv diskutiert wurde dabei auch die Rolle der Promotor*innen und der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit insgesamt. Einig waren sich die Diskutierenden hier, dass breite und belastbare Bündnisse aus Zivilgesellschaft, staatlichen Akteur*innen und anderen gesellschaftlichen Akteur*innen, wie zum Beispiel der Wirtschaft, perspektivisch immer wichtiger werden.
Im Anschluss tauschten sich die Promotor*innen in Fokusthemen über die Impulse aus, während sich parallel Vertreter*innen von BMZ, Ländern, Engagement Global und den Netzwerkkoordinator*innen des Promotorinnen-Programms zu einem Dialog über die aktuelle Neuorientierung der Entwicklungszusammenarbeit trafen – insbesondere mit Blick auf deren Auswirkungen auf die Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Zivilgesellschaft.
Der zweite Konferenztag bot den Teilnehmenden die Gelegenheit, ihre Arbeit zu den Fokusthemen weiter zu vertiefen. Acht praxisorientierte Workshops lieferten zusätzlich neue Impulse, Werkzeuge und Know-how für die tägliche Arbeit als Promotor*in. Zur Auswahl standen unter anderem Themen wie Inklusion in der Eine Welt-Arbeit, der Einsatz von KI-Tools sowie der Umgang mit der sogenannten Metakrise.
Neben dem vielfältigen Programm blieb auch Raum für persönlichen Austausch und Vernetzung. Dabei wurde deutlich, dass Entwicklungspolitik immer wieder im Spannungsfeld unterschiedlicher Perspektiven und Kritiken steht – ein Thema, über das sich die Promotor*innen intensiv austauschen konnten. So bot die Bundeskonferenz an zwei Tagen eine wertvolle Plattform, um gemeinsam Perspektiven und Beiträge für eine solidarische, gerechte und nachhaltige Zukunft zu entwickeln.
Programm der 12. Bundeskonferenz der Eine Welt-Promotor*innen und Multiplikator*innen